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Tunesien - Hammamet und der Süden in 9 Tagen

Tunesien - Hammamet und der Süden in 9 Tagen



Tunesien - Hammamet und der Süden in 9 Tagen

 von Eternity
Dienstag, 10. November 2009

Wir sind mal wieder Last Minute los, und zwar ins Hotel Les Orangers Beach Resort in Hammamet, Tunesien, wobei wir uns von den guten Kritiken auf den einschlägigen Seiten haben inspirieren lassen. Zumindest dachten wir, viel falsch machen kann man ja nicht - weit gefehlt, das Hotel war wirklich der Volltreffer! Nur kurz: es ist eine ältere Anlage, aber sehr sehr schön mit einem dicht bewachsenen Garten, nicht so ein Klotz wie viele der neueren Hotels, sondern schön angelegt mit direktem Zugang zum schönen Strand und auch sehr gepflegt. Besonders gut gefallen hat mir, dass man hier am Pool oder auch an den Bars nicht diese unsäglichen Plastikmöbel hat, die es sonst überall gibt. Das zeugt für mich von einer gewissen Klasse und wirkt stilvoller, hier hat man hochwertiges Mobiliar aus Holz. Dieses hochwertige Konzept zieht sich durchs ganze Hotel und spiegelt sich auch in den Gästen wider, soweit ich es beurteilen kann, hat sich niemand danebenbenommen, wie z.B. mit Badeklamotten zum Abendessen, schreiende Kinder o.ä., das gab es gar nicht, so dass man sich wirklich in einer guten Atmosphäre erholen konnte.
Die Zimmer sind auch sehr nett und sauber.
All Inclusive heisst hier, dass die Hotelbetreiber das Konzept wirklich zur Gänze verstanden haben, denn es gibt keinerlei Ausnahmen, wie man das von woanders öfters mal hört (z.B. zeitliche oder angebotstechnische Begrenzungen). Alles, wirklich alles, ist im Preis inbegriffen, sogar Wein nach Wahl zum Abendessen, Paninis an der Poolbar oder auch Cocktails, desweiteren die Liegen an Strand und Pool samt Auflagen und Handtüchern, Hammam, Massage und so weiter - man bemüht sich wirklich sehr um die Gäste, so dass diese sich wohlfühlen müssen, und dies auch ohne ständig Trinkgeld zu fordern. Als normalerweise ziemlich selbständig Reisende war es uns schon fast unangenehm, uns derart von vorne bis hinten bedienen zu lassen. Wer da noch Kleinigkeiten bemäkelt (die es zugegebenermassen gibt) ist selber schuld. Das Gesamtkonzept stimmt für mich, das reicht doch wohl.

Da wir aber nicht die Menschen sind, die einen Urlaub im Hotel verbringen, sind wir schnell wieder losgezogen.

Ausflüge haben wir in der kurzen Zeit zwei gemacht, einen nach Karthago und Sidi Bou Said, und einen über zwei Tage in den Süden via El Djem, Matmata, Douz, Chott el Djerid, Tozeur, Chebika und Tamerza nah der algerischen Grenze und via Kairouan wieder zurück. Einmal Sahara und zurück, sozusagen. Eine ziemliche Hammerstrecke, lt. Reiseführer haben wir 1200km bewältigt. Ganz schön anstrengend...man hat viel gesehen, hat aber auch viel Zeit im Bus verbracht, das ist nicht für jeden etwas. Ich sehe solche Ausflüge sowieso immer etwas zwiespältig - man wird natürlich mit x anderen Touristen an eine Sehenswürdigkeit gekarrt, hat maximal eine Stunde Zeit und dann gehts weiter - kommt bei mir ein bisschen auf die Tagesverfassung an, ob ich sowas positiv (Auge zudrücken) oder negativ erlebe. Ich würde lieber selbständig fahren...manchmal ist das nicht möglich und auch nicht jedermanns Sache. Also einfach ausprobieren, es kostet nicht die Welt, und dann kann man immer noch entscheiden.

Den Rest der Zeit haben wir in Hammamet verbracht, die Einrichtungen des Hotels genutzt oder auch nach Hammamet selber (schöne Medina) und in den Nachbarort Nabeul (Shopping) gefahren. Das kann aber jeder sehr gut selbständig machen, man nimmt sich ein Taxi, sagt wo es hin soll, das ist wirklich sehr günstig, noch günstiger als U-Bahn fahren bei uns, dafür aber bei weitem komfortabler.

Die Tunesier haben wir als sehr freundliche Menschen wahrgenommen, man hört ja oft von Urlaubern, sie seien belästigt worden oder zum Kaufen bedrängt, dieses soll dann vielen den ganzen Urlaub vermiest haben. Dieses können wir nicht bestätigen; es ist klar, dass hier alle ihr Stück vom Kuchen abhaben möchten, wenn man bedenkt, dass der Durchschnittsverdienst eines Tunesiers bei 250€ monatlich liegt (so die Info des Reiseleiters), kann man schon verstehen, dass sie meinen, wir könnten uns alles leisten, immerhin haben wir genug Geld, um uns Urlaub in einem dieser ihrer Ansicht nach absoluten Luxushotels zu leisten, eine Sache, die der Durchschnittstunesier in seinem Leben wahrscheinlich nie machen können wird. Die meisten werden ihr Land wohl ihr ganzes Leben lang nicht verlassen. Zudem ist natürlich die Mentalität eine andere als unsere, man geht mehr auf den Kunden zu als wir das in Deutschland gewohnt sind, die Tunesier sind also wesentlich geschäftstüchtiger. Aber zum Kauf zwingen tun sie nicht...höchstens mit allen Raffinessen überzeugen. Wenn man denn gar nicht kaufen möchte, so reicht eigentlich ein Nein aus... Aber die meisten gehen doch auch in Deutschland gerne shoppen, warum also nicht auch hier mal schauen, ob man etwas Hübsches findet? In Anbetracht der Preise in den Geschäften kann man bei Gefallen ruhig mal zuschlagen, auch Trinkgelder kann man in allen Lebenslagen ohne weiteres geben, dabei bricht man sich keinen ab.

Es hat uns so gut gefallen, dass wir nächstes Jahr wieder fahren möchten, auch deswegen, weil wir viele Orte, die wir gerne sehen wollten (Tunis/Dougga) nicht mehr machen konnten - die Zeit war einfach zu kurz. Aber auch, weil wir uns im Les Orangers wirklich wohl gefühlt haben. Ich habe das Hotel bereits an alle Bekannten weiter empfohlen.
 
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Tipps:
Für Shoppingfreunde gibt es in Tunesien eine Riesenauswahl, wer auf Ethnodesign in Einrichtung und Mode steht, kann sich hier dumm und dusselig kaufen, wie man bei uns so schön sagt. Sprich: Tücher, Klamotten, Schlappen, Töpfer- und Lederwaren, Teppiche, Schmuck usw. in unterschiedlicher Qualität, alte Dinge, neue Dinge, alles. Es lohnt sich, vorher im Hotelshop (preislich okay) zu schauen, damit man eine ungefähre Preisvorstellung hat, dann kann man ab in die Medina und handeln.
Aber auch für Anhänger europäischen Schuh- und Kleidungsstils ist gut gesorgt: in Nabeul kann man auch diese Dinge supergünstig einkaufen (z.B. habe ich im Shoecenter ein Paar guter Wildlederstiefeletten für 40 Dinar = ca. 20 Euro) erstanden. Das mit den Schuhen in Nabeul ist unter Frauen aber wohl schon fast kein Geheimtipp mehr...s. einschlägige Seiten im Internet.
Letzte Änderung: 11.11.2009 08:54:05
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